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Was tun bei Muren und Steinschlag?

Sicherheit und Zivilschutz

In Südtirol gehören Steinschläge, Muren, Felsstürze und Erdrutsche zu den häufigsten Schadensereignissen. Das liegt in allererster Linie an der Topographie des Landes mit seinen Bergen, Wänden und steilen Hängen, es liegt aber auch an klimabedingten Faktoren (z.B. am Auftauen des Permafrostes) und an der Erschließung der Landschaft (etwa durch den Bau von Straßen oder Wegen, Skipisten, Wohn- oder Gewerbegebieten). Letzteres ist zwar kaum einmal ursächlich für ein Rutschphänomen, erhöht aber die Schadensanfälligkeit.

Wo bin ich vor einem Erdrutsch sicher?

Eine allgemeine Antwort darauf ist kaum möglich, hängt sie doch ganz wesentlich von der Dimension des Erdrutsches ab. Kleinere Erdrutsche überstehen Sie in jedem Fall geschützter in einem Gebäude. Am besten, Sie flüchtet sich unter einen massiven Tisch, unter einen Stützträger, in einen Türrahmen oder in die Nähe tragender Wände. An diesen Orten ist die Gefahr, von herabstürzenden Trümmern getroffen zu werden, am geringsten.

Im Haus sollten Sie zudem Abstand zu allem suchen, was durch die von einem Erdrutsch ausgelösten Erschütterungen bersten könnte. Fenster, Glastüren und -schränke gehen bei solchen Ereignissen häufig zu Bruch, umherfliegende oder -liegende Scherben und Splitter erhöhen die Verletzungsgefahr.

Wie bei allen anderen Notfällen auch, sollten Sien in keinem Fall den Aufzug benutzen. Die Wahrscheinlichkeit, darin stecken zu bleiben, ist zu groß.

Was tun, wenn ich mich im Freien aufhalte?

Der wohl einleuchtendste Tipp ist jener, sich möglichst schnell von der Abbruch- bzw. rutschenden Stelle zu entfernen. Zudem sollten Sie Abstand zu Gebäuden, Bäumen, Straßenlaternen, Strommasten, Antennen, Gerüsten, Telefon- oder Elektroleitungen halten, nachdem diese einstürzen bzw. umfallen könnten.

Ab wann ist eine von einem Erdrutsch betroffene Stelle wieder sicher?

Das ist eine Frage, die nur die Fachleute vor Ort beantworten können, in Südtirol also die Experten der Landesagentur für Bevölkerungsschutz sowie die Landesgeologen (Externer Link). Selbst sollten Sie lieber keine Einschätzung der Lage vornehmen und schon gar nicht glauben, die Situation sei unter Kontrolle, sobald die Rutschung zum Stillstand gekommen ist. Also: Vermeiden Sie es, eine Straße oder einen Weg unmittelbar nach einem Erdrutsch zu befahren oder zu begehen, weil das Material noch instabil sein könnte. Aus demselben Grund sollten Sie auch niemals den rutschenden Hang betreten. Sind Gebäude von einem Erdrutsch betroffen, sollten Sie auch diese nicht auf eigene Faust betreten, sondern abwarten, bis die Experten deren Stabilität geprüft und grünes Licht gegeben haben.

Wie schützt ich mich vor Steinschlag im Gebirge?

Erosionsprozesse können in Südtirols Bergen Steinschlag und Bergstürze verursachen. Der wohl spektakulärste Bergsturz der letzten Jahre hat sich am 12. Oktober 2007 im Fischleintal (Sexten) ereignet, wo insgesamt rund 60.000 Kubikmeter Gestein und Geröll zu Tal gedonnert sind. Vor Bergstürzen dieses Ausmaßes kann man sich kaum schützen, vor Steinschlag allerdings sehr wohl. Wichtigste Regel ist, sich nicht unnötig lange unter steilen Felswänden aufzuhalten, besonders dann nicht, wenn an deren Fuße frisch abgebrochenes Material liegt. Darüber hinaus sollten Sie sich nicht nur auf die Augen, sondern auch – und vor allem – auf die Ohren verlassen: Steinschlag kündigt sich meist durch lautes Getöse an. Dann heißt es, unter einem Felsvorsprung oder hinter massiven Bäumen Schutz zu suchen.

@ Quelle Autonome Provinz Bozen – Südtirol

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